7 Tipps für das Unterrichten auf Distanz

7 Tipps für das Unterrichten auf Distanz

Ab Mittwoch ist es wieder soweit: Distanzunterricht ist angesagt.

Daher möchte ich euch aus aktuellem Anlass noch einmal ein paar Tipps für das erfolgreiche Unterrichten auf Distanz geben.

#1 Den Kontakt aufrechterhalten

Distanzunterricht bedeutet für die Schüler, dass der Schulalltag nun nicht mehr in gewohnter Weise stattfindet. Es gibt oft keinen festen Stundenplan, der Austausch mit Mitschülern und Lehrkräften ist nur eingeschränkt möglich. Vielen Schülern fällt es daher schwer, zu Hause in den konzentrierten „Lernmodus“ zu gelangen. Es fehlen einfach gewisse Routinen und Strukturen, die den Schulalltag sonst ausmachen.

Daher ist es umso wichtiger, regelmäßig in Kontakt mit den Schülern zu treten und auch während des Distanzunterrichts gewisse Routinen aufzubauen und einzuhalten.

Hierzu ein paar Ideen:

Jeden Morgen findet zu einer bestimmten Uhrzeit eine kurze Videokonferenz statt, an der alle Schüler teilnehmen (müssen). Hier werden Aufgaben erläutert, Fragen geklärt und vielleicht ein kleines Spiel o.ä. gespielt.

Bei einer großen Schülerzahl, kann man die Schüler auch in kleineren Gruppen aufteilen und mit jeder Gruppe zu einer bestimmten Uhrzeit eine kurze Videokonferenz abhalten.

Falls aufgrund fehlender technischer Voraussetzungen eine Videokonferenz nicht möglich ist, gibt es folgende Alternativen:

  • Chat über Smartphone: die Lehrkraft schickt den Schülern jeden Tag zu einer bestimmten Uhrzeit eine Nachricht mit Neuigkeiten, Input und einer kurzen Frage (zum allgemeinen Befinden, zu einer Meinung zu einem Thema, etc.). Jeder Schüler antwortet mit einer kurzen Nachricht. Auch hier können bei großer Schülerzahl kleinere Chatgruppen gebildet werden.
  • Padlet: ähnlich wie beim Chat stellt die Lehrkraft täglich einen neuen Post online, auf den die Schüler reagieren.
  • Telefonkonferenz: man kann sich auch klassisch über das Telefon austauschen. Hier sollten jedoch kleinere Gruppen von bis zu maximal 5 Schülern gebildet werden.

#2 Selbständiges Lernen fördern

Das Lernen auf Distanz bietet die perfekte Möglichkeit, das selbstständige Lernen bei den Schülern zu fördern.

Denn es macht tatsächlich keinen Sinn, den Präsenzunterricht 1 zu 1 in einer Videokonferenz abhalten zu wollen. Dazu sind die Voraussetzungen im Distanzunterricht einfach zu unterschiedlich.

So ist es erwiesen, dass das Online-Lernen schneller ermüdet und die Aufmerksamkeit nur für kurze Zeitspannen aufrechterhalten werden kann. Außerdem verfügen nicht alle Schüler über schnelles Internet und große Bildschirme.

Videokonferenzen sollten vor allem dazu genutzt werden, um den Kontakt und die Motivation aufrecht zu erhalten (s.o.) und Abläufe und Fragen zu klären.

Die Arbeitsphasen sollten jedoch nach Möglichkeit selbständig erfolgen.

Dazu können beispielsweise Wochenarbeitspläne, Lernmenüs (Choice Boards) oder Projektarbeit eingesetzt werden.

Dabei muss jedoch darauf geachtet werden, dass nicht jedem Schüler das selbständige Arbeiten leichtfällt.

Damit das Lernen nicht zum Frust wird, solltest du es den Schülern so einfach wie möglich machen, die gewünschten Ergebnisse zu liefern.

Dazu findest du in den folgenden Punkten ein paar Anregungen.

#3 Lernpakete schnüren

Nichts ist für Schüler frustrierender als nicht zu wissen, was genau von ihnen verlangt wird und wo sie die entsprechenden Materialien finden können.

Deshalb solltest du für deine Schüler sogenannte „Lernpakete“ schnüren.

Bei einem Lernpaket handelt es sich um ein zentrales Dokument, in dem die Schüler alles (wirklich alles) finden, was sie für das selbständige Bearbeiten von Aufgaben benötigen.

Dieses Dokument kann ein einfaches Word-Dokument, ein Padlet oder aber auch eine interaktive PowerPoint- oder PDF-Datei sein.

Folgende Fragen sollten in diesem Dokument beantwortet werden:

  • Welche Aufgaben soll ich in welcher Reihenfolge bearbeiten? (welche Aufgaben sind Pflicht, welche optional?)
  • Wo finde ich die Aufgaben / Materialien? (Links hinzufügen)
  • Bis wann soll ich die Aufgaben bearbeiten?
  • In welcher Form soll ich die Aufgaben bearbeiten? (schriftlich auf Papier, online, direkt in einer beschreibbaren PDF, als Audiokommentar, etc.)
  • Wie bzw. wo soll ich die fertig bearbeiteten Aufgaben einreichen? (per E-Mail, über Cloud, Padlet, etc.)
  • In welcher Form werden die Ergebnisse bewertet? Wie und wann erhalte ich Feedback?
  • Wo finde ich Hilfe, wenn ich nicht weiterweiß? (z.B. Tutorials, Sprechstundenzeiten, Kontaktmöglichkeiten, etc.)

Das Dokument sollte so übersichtlich wie möglich gestaltet und mit Links ausgestattet sein, die direkt zu den entsprechenden Materialien / Ressourcen führen.

Ein Beispiel für die Gestaltung eines solchen Dokuments findest du hier.

So kannst du deinen Schülern (und auch den Eltern) alle Informationen in einem einzigen Dokument zur Verfügung stellen. Kein Suchen, keine hunderte von Nachfragen.

Falls deine Schule bereits über ein Lernmanagementsystem verfügt, kannst du natürlich auch dieses nutzen, um solche Lernpakete zur Verfügung zu stellen.

#4 Möglichkeiten zur selbständigen Wissensüberprüfung zur Verfügung stellen

Anders als im Präsenzunterricht erhalten die Schüler im Distanzunterricht nur selten direktes Feedback zu ihren Arbeitsergebnissen.

Schüler brauchen aber eine regelmäßige Rückmeldung dazu, ob sie die Lerninhalte richtig verstanden haben und ob sie auf dem richtigen Weg sind.

Daher solltest du ihnen regelmäßig Möglichkeiten bieten, ihr Wissen selbständig zu überprüfen.

Dazu eignen sich z.B. verschiedene Formen von (Online-) Quizzen, bei denen der Schüler eine direkte Rückmeldung erhält, ob seine Antworten richtig oder falsch sind.

Es gibt jede Menge verschiedene Tools, um solche Quizze zu erstellen, z.B. Kahoot, Quizlet, H5P, etc.

Du kannst auch deine Arbeitsblätter mithilfe von Teachermade in interaktive Arbeitsblätter verwandeln, bei denen die Schüler ebenfalls direkt eine Rückmeldung zu ihren Antworten erhalten.

Außerdem lassen sich Quizze auch in Form von PowerPoint-Präsentationen und interaktiven PDFs erstellen (falls es Schwierigkeiten mit Internetverbindungen gibt).

#5 Kollaboratives Arbeiten ermöglichen

Distanzunterricht bedeutet für die Schüler auch immer, dass sie weniger Kontakt zu ihren Mitschülern haben. Daher ist es wichtig, ihnen auch beim Lernen auf Distanz, Möglichkeiten zu bieten, mit ihren Mitschülern zusammenzuarbeiten.

In welcher Form das geschieht, hängt vor allem von der Lerngruppe ab.

Älteren Schülern kann man durchaus zutrauen, dass sie sich selbständig in separaten Videomeetings treffen und dort an einer gemeinsamen Aufgabe arbeiten.

Generell eignet sich insbesondere die Zusammenarbeit in schriftlicher Form. Das bedeutet, die Schüler arbeiten z.B. gemeinsam an einem Dokument oder kommentieren die Ergebnisse ihrer Mitschüler.

So können Schüler beispielsweise gemeinsam an einem Padlet arbeiten oder auch gemeinsam eine PowerPoint Präsentation erstellen (siehe Blogartikel).

#6 Die Eltern mit ins Boot holen

Für den Erfolg des Distanzunterrichts spielen die Eltern ebenfalls eine entscheidende Rolle. Denn sie sind es, die die Schüler in dieser Zeit hauptsächlich betreuen.

Daher sollten Lehrkräfte auch den regelmäßigen Kontakt zu den Eltern suchen und ihnen genau erklären, wie der Unterricht auf Distanz ablaufen soll, was von den Schülern erwartet wird und was die Eltern tun können, um ihre Kinder zu unterstützen.

Auch hier könntest du ein zentrales Dokument verfassen, in dem alle Fragen beantwortet sowie Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme aufgeführt werden.

Falls deine Schule über eine Website verfügt, könnte auch diese genutzt werden, um die Eltern regelmäßig zu informieren.

#7 Kontaktaufnahme bei Fragen ermöglichen

Da die Schüler während des Distanzunterrichts hauptsächlich auf sich selbst gestellt sind, solltest du ihnen Möglichkeiten bieten, bei Fragen mit dir in Kontakt treten zu können.

Dazu könntest du z.B. eine offene Sprechstunde zu bestimmten Zeiten anbieten.

Je nachdem, ob du das möchtest, kannst du deinen Schülern auch deine E-Mail Adresse geben oder du könntest alternativ ein separates Padlet erstellen, wo Schüler ihre Fragen stellen können (und du beantwortest sie dort).

Fazit

Ich hoffe, diese Tipps helfen euch ein bißchen dabei, erfolgreich durch die nächste Distanzunterricht-Phase zu gelangen. Habt ihr weitere Tipps für eure Kollegen? Dann hinterlasst sie gerne in den Kommentaren.

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